Fiat Rennwagen, Rennen und Fahrer - 1900-1927

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1900


Bereits vor der Gründung der FIAT waren Giovanni Agnelli und seine Freunde regelmäßig Teilnehmer bei automobilen Wettbewerben.
Natürlich wurden daher auch von den ersten Fiat Fahrzeuge gebaut, die für Wettbewerb modifiziert waren.

Die erste 'Vetturetta da Corsa' wurde 1900 für die Wettfahrt Torino-Asti über 48 km ( am 28.April 1900) gebaut. Ein in der Mitte des Fahrzeugs eingebauter horizontaler 2-Zylinder wurde in einen erleichterten Rahmen aus laminiertem Holz eingebaut. Dieses Wettbewerbsfahrzeug Typ 8HP Corsa, steuerte Felice Nazzaro, noch unter seinem Pseudonym 'Castore', während Conte Biscaretti da Ruffia mit einem serienmäßigen Fahrzeugs gleichen Typs ( 6/8 HP) teilnahm. Beide gewannen ihre Klasse.

Nach dem Bau eines weiteren 'Corsa' fuhren Vincenzo Lancia und Felice Nazzaro bei der Rundfahrt Viceza - Bassano - Treviso - Padua über 220 km auf die ersten beiden Plätze ihrer Klasse (Categoria IV vetture). Lancia brauchte 4h 39' 08", was einer Durschschittsgeschwindigkeit von 47,27 km/h entsprach ! Nazzaro kam 'nur' 13 Minuten später ins Ziel, mit einem Schnitt von 45,3 km/h.

Bei einem Sprintrennen über 10 km in Padua am 2. Juli 1900 fuhr V. Lancia in der Klasse 'Categoria IV vetture' zum Sieg, mit 58,74 km/h im Durchschnitt.

Die Ergebnisliste der Rennen vom 8.-12. September in Brescia zeigen beim des 5 km Rennens in Brescia V. Lancia auf Platz 2 der 'Categoria V vetture' und ebenfalls auf Platz 2 bei der anschließenden Fahrt Brescia - Cremona - Manotova - Verona - Brescia ( so etwas wie die erste Mille Miglia.. ).

Bei einem Verbrauchswettbewerb, 10 km von Torino nach Chieri, gewann V. Lancia mit einem 6/8 HP die Kategorie über 600 kg.

Es ist etwas unklar, wann der erste Corsa mit Frontmotor ( 6/8 HP Spinto) gebaut und eingesetzt wurde, angeblich waren schon die esten drei 6/8 HP ( Fg,Nr. 131-133 ) Frontmotorfahrzeuge, vielleicht aber auch 'nur' die für Wettbewerbe vorgesehenen Chassis und erst später wurde das Frontmotorfahrzeug gebaut.

 

 

 

1901  


In diesem Jahr wurden die neuen Fiat 8 HP und der Fiat 12 HP mit Frontmotor und Differntial vorgestellt. EIn Änderung an den Motoren, auch des 6/8 HP, war die Lage des Auslassventils, das nun quer zum Hub lag. Die EInlaßventile waren nach wie vor ungesteuert und oben senkrecht.

Natürlich wurden die neuen 8 HP und 12 HP sofort in Wettbewerben eingesetzt. Bereits bei der 1. Giro Automobilitico d'Italia über 1642 !! km ( 27.4. - 11.5. 1901) fur ein 12 HP neben acht 8 HP mit. Alle Fiat kamen ins Ziel.

Am 18.6. fuhr Lazzara mit einem Fiat 12 HP beim 10 km Riunione di Padova in der Kategorie bis 1000 kg mit einem Durschnitt von74,67 km/h zum Sieg.

Nazzaro siegte beim 80 km Rennen Piombino-Grosseto am 24.8. mit einem 35 PS starken 12 HP in der Fahrzeugklasse. Am 24. November fuhr er außer Konkurrenz mit einem ca. 20 PS starken, leichten 12 HP bei dem Herausfordungsrennen des Duca degli Abruzzi (Luigi Amedeo di Savoia-Aosta) gegen Cavalier Coltelletti über 302 km von Torino nach Bologna mit. Nazzaro bewältigte die Strecke in 8h 23', d.h. 35,1 km/h Durschschnitt. - Der Duca degli Abruzzi, in Begleitung von G. Agnelli und V. Lancia, gewann mit einem speziell hubraumvergrößerten ( ca 7 ltr mit ca 35 PS) Fiat 12 HP gegen den Piemontesischen Industriellen Garibaldi Coltelletti, der ein begeisterter Panhard-Fahrer war, sich aber auch gegen Nazzaro geschlagen geben mußte.

Luigi Strorero, bis 1908 der Haupvertreiber von Fiat Fahrzeugen übernahm bei Fiat auch die Rolle des Leiters der Renneinsätze. Ihm zur Seite standen Vincenzo Lancia und Alessandro Cagno. Er nahm ab 1901 mit dem neuen Fiat 12 HP an Rennen teil.
Sowohl Cagno als auch Lancia fuhren sowohl die 12 HP als auch die neu gebauten Mittelmotor 6/8 HP - Rennwagen.

Am 9. September 1901 gewann Stroreo vor Alessandro Cagno das 'Ruinione di Saluzzo - Record dei 10 km' und siegte beim Handicap-Rennen derselben Veranstaltung, vor dem zweiten seiner Fiat-Truppe, Vincenzo Lancia.

 

 


1902 


 

Genau 2.141 km lang war die Strecke für die 'Record del Giro d'Italia' im Juni 1902. Giovanni Agnelli - und sicher einige andere Fiat-Fahrer - nahmen daran teil. Agnelli bewältigte diese enorme Strecke in 57 Stunden, was einem Durchschnitt von 37,56 km/h entspricht.

Am 29. Juni stand das Bergrennen Sassi - Superga über 4,45 km am Programm. Mit einem neuen 24 HP Rennwagen (7,2, ltr, ca 30 PS) gewann V. Lancia in 6' die Kategorie über 650 kg. L. Stroreo siegte in der Kategorie leichte Fahrzeuge mit einem 12 HP.

Beim Bergrennen Susa - Moncenisio über 22,6 km errang V. Lancia mit dem 24HP den Gesamtsieg, Storero mit dem 12HP gewan ndie Klasse leichte Fahrzeuge und ein Privatfahrer, Marsaglia, gewann die Tourenwagenklasse mit einem serienmäßigen 12 HP

Vincenzo Lancia siegte mit dem 24 HP auch in der Klasse über 700 kg beim 'Riunione di Padova - Record die 10 km', Storero gewann die Klasse 450-700 kg mit dem 12 HP corsa. - Das Kilometerrennen gewann Lancia mit dem 24 HP in 41", als mit 87,804 Durschnitt ! Stroreo brauchte 45,2 " mit dem 12 HP.

Die 'Riunione di Conegliano' über 8 km gewann wieder Lanca mit dem 24 HP vor Stroreo mit dem 12 HP Corsa.

Den ersten Fiat Erfolg im Ausland feierte der begeisterte Automobilist Alfonso Carlo di Braganza, duca di Porto, mit seinem 24 HP Fiat bei der Fernfahrt Figueras - Foz - Lissabon, bei der er am 27. Oktober 1902 die Klasse der schweren Fahrzeuge gewann.

 

 

1903


Neben einem 2. und 3. Platz in der Klasse der schweren Fahrzeuge bei der 'Coppa della Consuma' in Salita über 14,9 km, von Stroreo und Lancia auf 24 HP und dem Klassensieg und 2. Platz in Tourenwagenkasse durch zwei Privatfahrer, Cappelini auf 24 HP und Ginori auf 16 HP - sowie dem Sieg des Herrn Borsotti auf Fiat 16 HP beim 'Padova - Bovalenta' in der Klasse der leichten Fahrzeuge war das Jahr 1903 im Inland nicht erfolgreich.

Aber es wurde gefahren.

Strorero erreichte beim 'Chilometro lanciata' am 12.6. 1903 in Firenze eine Geschwindkeit von 96,256 km/h im Mittel.

Beider Fernfahrt Paris - Madrid nahm V. Lancia auf einem 24 HP corsa teil, er schied aus, F. Nazzaro ging fremd, er steuerte den Panhard 70 HP von Conte Florio.

Wahrscheinlich standen die die Entwicklung neuer Rennwagen (siehe 1904) und die Vorbereitungen für die erste Teilnahme an einem großen internationelen Rennen im Ausland im Vordergrund :

Am 22. August beim belgischen 'Circuit des Ardennes' bei Bastogne, bei dem 6 Runden a 85 km durch die Ardennen zu fahren waren, erreichte Cagno mit einem Fiat 24 HP corsa nach 7 Stunden 06' 56" einen ehrenvollen 3.Platz in der Klasse der leichten Fahrzeuge.

Aber die neuen Fahrzeuge waren im Bau und das Ausland wurde auf Fiat als schnelle, renn-geeignete aufmerksam.
Die ersten Bestellungen für die angekündigten starken Rennfahrzeuge trafen aus USA ein.

Einen privaten Auslandserfolg konnte Fiat allerdings noch verbuchen:
Im November siegte Victor Miller bei den 'Southport Speed Trials' in der Kategorie 'Fahrzeuge, die unter 1.000 Pfund kosten' mit einem 24 HP Fiat.
einem ' 24 HP F.I.A.T'

 

 


1904


Neben dem neuen Fiat 75 HP corsa mit 14 ltr Hubraum wurde auch ein renntauglicher Fiat als 'Tipo 60 leggera da corsa' Kunden anbgeboten. *)

1904 stand der Name F.I.A.T. immer häufiger in Siegerlisten bekannter Wettbewerbe, und gleich vier Mal in den Siegerlisten bei Rennen in USA !
Zu beachten ist, dass es weniger Fahrzeuge des Typ 75 HP ( 4 ?) als Fahrer gab - Fahrzeuge wurden getauscht, auch in ein und demselben Rennen, und weiterverkauft.

Bergrennen Susa - Moncenisio: 10.7. 1904 - Gesamtsieg - V. Lancia auf dem .. und 3. Platz für Cagno, ebenfalls auf 75 HP Corsa

Settimana di Brescia - 24.8. bis 4.9. 1904 -
Coppa Italia - 300 km - Gesamtsieger : V. Lancia - Fiat 75 HP Corsa *)
Coppa Florio - 370 km - Gesamtsieger : V. Lancia - Fiat 75 HP Corsa *)

'Coppa della Consuma' - 1. Platz Lancia auf Fiat 75 HP; in denr Klasse 'Tourenwagen' belegten 3 Fiat die ersten Plätze, Cagno mit 60 HP, den ersten, dahinter Gandinai mit 60 HP und Alberti mit einem 16 HP

USA:

30.5. 1904 - Meeting Readville - 1. Platz : Hollander ( der Fiat Importeur in USA ) auf Fiat 60 HP - 2. Fogolin auf Fiat 60 HP *)

10.6. 1904 - Meeting Boston - 1. Platz : Nagels auf Fiat 24 HP - 2. Fogolin auf Fiat 60 HP *)

29.10. 1904 - Meeting Empire City Track 10 Miles - 1. Platz Sartori auf Fiat 75 HP - 9' 30" - 169,37 km/h im Durchschnitt !

4.12. 1904 - Salita Eagle Rock - 1. Platz Automobile - Wallace / Fiat 75 HP - 2. Platz Sartori / Fiat 75 HP - 3. Platz Cedrino / Fiat 75 HP *)

und schließlich noch in Indien: Fernfahrt von Delhi nach Bombay über 2.000 km vom 26.12. 1904 bis 2. 1. 1905: 2. Platz für Conte di Groppello auf Fiat 24 HP

Nicht so gut lief es für die drei Fiat Piloten auf den neuen Typ 75 HP bei ihrer ersten Teilnahme am Gordon Bennet Cup - Rennen, das 1904 in Homburg im Taunus am 17.6.1904 ausgerichtet wurde.
18 Wagen aus sieben Nationen hatten vier Runden auf der 141 km langen Strecke Bad-Homburg-Usingen- Weilburg-Limburg an der Lahn-Neuhof-Idstein-Esch-Königstein-Oberursel-Bad Homburg zu absolvieren.
Kaiser Wilhelm II ließ es sich nicht nehmen, dem Rennen beizuwohnen und dem Sieger Léon Théry auf Richard-Brasier persönlich zu gratulieren.
- Lancia fuhr auf Platz acht, Cagno wurde 10., Strorero fiel aus.
Aber die Werbewirksamkeit war groß.- Drei Jahre später sollten sie im Taunus triumphieren.

*) die offiziellen Bezeichnungen 60 HP und 75 HP sind auch ein Richtwert für die Leistung. Warum auch immer, wurden diese Fahrzeuge, besonders die Typ 60 in USA, auch mit anderen Bezeichnungen genannt. - Allerdings wurden in den Folgejahren auch Fahrzeuge mit vergrößertem Hubraum - und damit größerer Leistung in USA von Besitzern ungebaut.

 

 

 

1905  


100 HP Gordon Bennet 1905 16,3 ltr Hubraum ca 110 PS

 

 

 


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Quellen: Bilder, Werbungen, Prospekte aus meiner Sammlung